2004

Januar

Stu­die 6: Ero­si­on der Mit­te. Die Ver­flech­tung von de­mo­kra­ti­scher und ra­di­ka­ler Lin­ker im »Kampf ge­gen Rechts« am Bei­spiel der Ama­deu An­to­nio-Stif­tung.

Februar

4. Win­ter­aka­de­mie: Links. Dr. Pe­ter Boß­dorf: »Von links nach rechts – Ro­bert Mi­chels«, Ste­fan Dor­nuf: »Die Lin­ke und der Mar­xis­mus – Ver­such ei­ner Un­ter­schei­dung«, Tom Dre­scher: »An­ti­fa­schis­mus«, Dr. Lo­renz Jä­ger: »Theo­dor W. Ador­no«, Prof. Dr. Kon­rad Löw: »Der Mar­xis­mus«, Dr. Karl­heinz Weiß­mann: »Das lin­ke Prin­zip«, Mi­cha­el Wies­berg: »Die Ge­burt des Kom­mu­nis­mus aus dem Geist der Glo­ba­li­sie­rung«.

Mai

7. Ber­li­ner Kol­leg: Mei­nungs­frei­heit und Tabu. Bri­ga­de­ge­ne­ral Rein­hard Gün­zel: »Das Ethos des Of­fi­ziers«, Prof. Dr. Bernd Ra­behl: »Re­pres­si­ve To­le­ranz«, Dr. Karl­heinz Weiß­mann: »Das Tabu als Macht­fra­ge«.

Im No­vem­ber 2003 wur­de der CDU-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Mar­tin Hoh­mann auf­grund ei­ner Rede zum Na­tio­nal­fei­er­tag nach­träg­lich de­nun­ziert. Die Me­di­en­het­ze en­de­te erst, als die CDU ihn aus der Frak­ti­on aus­schloß. Im Kiel­was­ser Hoh­manns wur­de Ge­ne­ral Rein­hard Gün­zel sus­pen­diert – er hat­te ei­nen freund­li­chen Brief an Hoh­mann ver­faßt.

Das Ber­li­ner Kol­leg mit Rein­hard Gün­zel und Mar­tin Hoh­mann wird von 640 Teil­neh­mern be­sucht, der Raum ist für 350 Hö­rer aus­ge­legt. Die Dy­na­mik, die sich um den »Fall Hoh­mann« her­um bil­det, ver­pufft je­doch, weil Hoh­mann auf ein Ein­len­ken sei­ner Par­tei hofft.

September

5. Som­mer­aka­de­mie: Iden­ti­tät. Tom Dre­scher: »Kon­stru­ier­te Iden­ti­tät«, Dag Krie­nen: »Kon­zep­te na­tio­na­ler Iden­ti­tät«, Götz Ku­bit­schek: »Dich­tung und Iden­ti­tät«, Prof. Dr. Ha­rald Seu­bert: »Ver­or­tung«, Prof. Dr. Ga­lin Tiha­nov: »Deut­sche Iden­ti­tät und deut­scher Vor­be­halt«, Dr. Karl­heinz Weiß­mann: »Vor­zeit und Iden­ti­tät«.

Oktober

Stu­die 7: Kri­tik als Ideo­lo­gie. Die »Kri­ti­sche Dis­kurs­ana­ly­se« des Duis­bur­ger In­sti­tuts für Sprach- und So­zi­al­for­schung (DISS).

Dezember

8. Ber­li­ner Kol­leg: Si­cher­heits­po­li­tik. Prof. Dr. Mar­tin van Creveld: »Über die Ter­ro­ris­mus­be­kämp­fung«, Bri­ga­de­ge­ne­ral Rein­hard Gün­zel: »Ernst­fall und Aus­flucht. Die März-Un­ru­hen im Ko­so­vo«, Karl Feld­mey­er: »Bun­des­wehr und neue Be­dro­hungs­la­gen« (nicht ge­hal­ten).

Das Ber­li­ner Kol­leg zum The­ma Si­cher­heits­po­li­tik wur­de von ei­nem Ein­satz­zug der Po­li­zei ab­ge­si­chert, schließ­lich war ja mit van Creveld ein is­rae­li­scher Re­fe­rent mit an Bord, und da woll­te man wohl nichts an­bren­nen las­sen. Den­noch kam es zu ei­nem Eklat, frei­lich zu ei­nem, den die Po­li­zei nicht hät­te ver­hin­dern kön­nen: Karl Feld­mey­er näm­lich war über den Vor­trag von van Creveld so au­ßer sich, daß er zu Be­ginn der Dis­kus­si­on das Red­ner­pult stür­men woll­te, um sei­nem Un­mut Luft zu ma­chen. Ich sah nur aus den Au­gen­win­keln ei­nen Mann auf mich zu­schie­ßen und wehr­te ihn mit dem Arm ab, weil ich mit un­ge­be­te­nen Ko­re­fe­ren­ten schon mehr als schlech­te Er­fah­run­gen ge­macht hat­te und jede Be­schimp­fung un­ter­bin­den woll­te. Zu spät er­kann­te ich Karl Feld­mey­er: Er fuhr im Zorn ab, und wie­der­um war es Karl­heinz Weiß­mann, der aus dem Steg­reif ei­nen Vor­trag über die Fra­ge hielt, wel­chen Grad der Po­le­mik man in Vor­trä­gen hin­zu­neh­men und was es mit der Ge­sprächs­kul­tur so auf sich habe.

(No­tiz Ku­bit­schek)