Chronik

2000

Mai

Gründung des Instituts für Staatspolitik (IfS) als »eingetragener Verein« durch Karlheinz Weißmann, Götz Kubitschek und fünf weitere Mitglieder.

Im Frühjahr 2000 traf sich ein halbes Dutzend Personen der neurechten Szene, um die Möglichkeiten institutionalisierter Bildungs- und Forschungsarbeit auszuloten. Auslöser für unsere Gründungsinitiative war ein Interview, das die Junge Freiheit im November 1999 mit Karlheinz Weißmann führte, in dem er die Notwendigkeit eines »Reemtsma-Instituts von rechts« betonte. Ich griff den Gedanken auf, sprach Weißmann an und legte einen ersten Arbeitsplan vor. Ein paar Wochen später fiel der Name Institut für Staatspolitik: Das IfS war gegründet.

(Notiz Kubitschek)

August

1. Sommerakademie, Thema Krisen mit den Referenten Dr. Siegfried Uhl: »Die pädagogische Krise«, Ellen Kositza: »Die Geschlechterkrise«, Prof. Dr. Reinhard Maurer: »Offene Gesellschaft, Ende der Geschichte, ökologische Krise«, Baal Müller: »Nietzsches Krisen«, Prof. Dr. Alfred Schuller: »Vom Projekt zum Produkt. Der Mensch als Dauerkrise«, Dr. Karlheinz Weißmann: »Was ist Dekadenz?«.

Die Sommer- und Winterakademien finden seit August 2000 in ununterbrochener Reihe statt – mittlerweile sind 20 Themen von etwa 100 Referenten vor etwa 500 Schülern und Studenten behandelt worden. Form, Anspruch und Ablauf sind auf der 1. Akademie erprobt und seither nicht verändert worden – eine Kontinuität und verläßliche Qualität, die auf konservativer Seite ihresgleichen sucht.

September

1. Berliner Kolleg, Thema Freiheit – eine Podiumsdiskussion mit Roland Baader, Alain de Benoist, Prof. Dr. Lothar Höbelt und Dr. Karlheinz Weißmann.

Das IfS veranstaltete sein 1. Kolleg in Berlin in Zusammenarbeit mit der Jungen Freiheit. Das Podium diskutierte über Gemeinsamkeiten und Gegensätze im Umgang mit einem ziemlich abgegriffenen und wohlfeilen Begriff. Mit dem 1. Berliner Kolleg begann gleichzeitig etwas, das dem IfS bis heute das Leben schwermacht: Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften weigerte sich im Nachgang, ihre Räumlichkeiten nochmals zur Verfügung zu stellen.

(Notiz Kubitschek)

Oktober

Es erscheint als kleine Broschüre Karlheinz Weißmanns Vortrag von der Sommerakademie: Was ist Dekadenz?

Wir hatten ursprünglich vor, über jede Akademie einen Tagungsband zu publizieren. Als jedoch absehbar war, daß auch wir die unselige Frist zwischen Tagung und Tagungsband (zwei Jahre später!) nicht würden abkürzen können, gaben wir den Plan auf.

(Notiz Kubitschek)

2001

Januar

2. Berliner Kolleg: Preußen – Gespräche über einen verbotenen Staat. Dr. Frank-Lothar Kroll: »Preußens Ehre«, Dr. Karlheinz Weißmann: »Die preußische Dimension«, Michael Pietschmann: »Mythos Preußen«. Die Vorträge erscheinen in einer gleichnamigen Broschüre.

Bereits die Vorbereitungen zum 2. Berliner Kolleg bescherten uns eines jener Grundprobleme, mit denen das Institut seither und noch verschärft zu kämpfen hat: Da die Räumlichkeiten des 1. Kollegs aus politischen Gründen nicht mehr zur Verfügung standen, mußten wir mit 150 Teilnehmern nach Potsdam ausweichen.

Februar

1. Winterakademie: Mythos. Alexander Barti: »Traditionale Weltsicht –
Der Mythos des Niedergangs«, Reinhard Falter: »Mythische Weltsicht und
titanisches Zeitalter«, Michael Pietschmann: »Kantorowicz und der Mythos von Friedrich II.«, Prof. Dr. Ulrich Riemer: »Der Mythos in der Antike«, Dr. Walter Seitter: »Der indoeuropäische Mythos bei Dumézil«, Dr. Karlheinz Weißmann: »Der Mythos bei Eliade«.

August

Studie 1: Zuwanderung nach Deutschland. Chancen, Mythen, Risiken; Studie 2: Der Aufstand der Anständigen. Hintergründe und Erklärungsansätze; Studie 3: Nationale Identität.

Neben den Veranstaltungen ist die Wissenschaftliche Reihe das zweite Arbeitsfeld des Instituts. In loser Folge erscheinen Studien und Abhandlungen, die sich den fünf Arbeitsgebieten des IfS zuordnen lassen. Mittlerweile sind 16 Studien erschienen, manche in der 2. oder 3. Auflage (mit 3000 bis 5000 Exemplaren).

September

2. Sommerakademie: Strategien. Martin Hohmann (MdB): »Strategie im Parlamentarismus«, Dr. Frank-Lothar Kroll: »Strategie der Konservativen Revolution«, Manuel Ochsenreiter: »PR-Strategien und Internetarbeit«, Gunnar Sohn: »Strategien konservativer Publizistik«, Dr. Karlheinz Weißmann: »Elitentheorie«.

Der frühe Tiefpunkt der Institutsarbeit: Wir hatten kurzfristig – wiederum aus politischen Gründen – ausweichen müssen nach Schwarzburg in die dortige, von A. Paul Weber gestaltete Jugendherberge. Mit der Bahn ist dieser Ort kaum zu erreichen, zur Akademie versammelten sich nur 17 Teilnehmer. Zwei Referenten erschienen gar nicht, Karlheinz Weißmann überbrückte mit »Bordmitteln«, und danach überlegten wir, ob es sinnvoll sei, weiterzumachen.

(Notiz Kubitschek)

Oktober

3. Berliner Kolleg: Argumente. Präsentation der IfS-Studien 1–3 durch Dr. Karlheinz Weißmann und Götz Kubitschek.

70 Teilnehmer, räumlich eine Wackelpartie bis zuletzt, der Druck auf den Hausverwalter in Berlin war immens: Antifa, Grüne, PDS und sogar die Polizei riefen an, und so rafften wir das Programm und lugten nach Ende der Veranstaltung erst einmal vorsichtig aus der Tür.

(Notiz Kubitschek)

2002

Februar

2. Winterakademie: Globalisierung. Reinhard Falter: »Hat die Globalisierung ernsthafte Gegner?«, Dr. Tilman Koops: »Das Gespenst der Globalisierung«, Götz Kubitschek: »Kategorien der Globalisierung«, Dr. Martin Papst: »Antiimperialistisches Denken in der Weimarer Republik«, Dr. Karlheinz Weißmann: »Das Huntington-Paradigma«, Michael Wiesberg: »Geopolitik – Strategie und Raum«, Lektürekurs: »Panajotis Kondylis«.

Mit der Jugendherberge in Eisenach und dem Tagungssaal im Berghotel am Burschenschaftsdenkmal sind für die nächsten Jahre gute Räumlichkeiten gesichert. Die Teilnehmerzahl pendelt zwischen 40 und 60 Schülern und Studenten.

März

4. Berliner Kolleg: Identität. Prof. Dr. Bernd Rabehl: »Die Linke und die Nation«, Dr. Karlheinz Weißmann: »Deutsche Identität«, Film: »So weit die Füße tragen«, Diskussion mit dem Co-Produzenten Bastian Clevé.

Juni

IfS-Intern 1 (halbjährliche Erscheinungsweise).

Entwicklung, Vorhaben, Terminkalender, Presseschau – das achtseitige Heft dient der Information der Förderer des Instituts.

August

Studie 4: Politische Kampagnen. Erfolg und Mißerfolg in der »Leitkulturdebatte« und im »Antisemitismusstreit«.

September

3. Sommerakademie: Geschlechter. Dr. Till Kinzel: »Eros bei Platon«, Prof. Dr. Hermann von Laer: »Rollenerwartung und demographische Entwicklung«, Dr. Andreas Paul: »Der kleine Unterschied und seine großen Folgen aus der Sicht der Biologie«, Prof. Dr. Notger Slenczka: »Theologische Aspekte der Geschlechterpolarität«, Dr. Karlheinz Weißmann: »Männerbünde«, Lektürekurs: Fustel de Coulanges und Johann Jakob Bachofen.

Dezember

5. Berliner Kolleg: Der Bürger, Herrschaft und Gestalt. Dr. Manfred Lauermann: »Der doppelte Abschied vom Bürgertum«, Dr. Eberhard Straub: »Die Götterdämmerung des Bürgertums«, »Bürgertum – was sonst?« Ein Gespräch mit Prof. Dr. Arnulf Baring

Arnulf Baring hatte in der FAZ einen Beitrag mit der reißerischen Überschrift »Bürger, auf die Barrikaden!« veröffentlicht und darin die Frage gestellt, ob nicht längst das Maß des Erträglichen überschritten und die Bürger zum Widerstand gegen ihre Ausbeutung aufgerufen seien. Im Podiumsgespräch mit Karlheinz Weißmann präsentierte sich Baring dann aber brav und feuilletonistisch: Laut nachzudenken und es ernst zu meinen – das seien immer noch zwei Paar Stiefel. War lehrreich in dieser Hinsicht, das Bürger-Kolleg …

(Notiz Kubitschek)

2003

Februar

3. Winterakademie: Krieg. Oberst a.D. Klaus Hammel: »Martin van Creveld«, Dag Krienen: »Der klassische, der moderne und der postmoderne Krieg«, Götz Kubitschek: »Der offensive Informationskrieg«, Frank Lisson: »Zur Ästhetik des Krieges«, Dr. Erich Vad: »Friedenssicherung und Geopolitik im Denken Carl Schmitts«, Dr. Karlheinz Weißmann: »Krieg – nur eine Erfindung?«

Diese Akademie stand intern unter besonderen Vorzeichen: Wir hatten im Dezember erste Gespräche über die Gründung einer eigenen Zeitschrift geführt, Grund dafür war unter anderem die ursprüngliche Idee, aus den Referaten der Akademien publizistisch etwas zu machen. Im Januar entwarfen wir die graphische Gestaltung und informierten die Referenten der Akademie darüber, daß wir ihre Vorträge in ausgearbeiteter Form für die erste Ausgabe unserer neuen Zeitschrift bräuchten. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob wir im Verlauf der Akademie den Teilnehmern das Projekt bereits vorstellten.

(Notiz Kubitschek)

April

Sezession Nr. 1, Themenheft »Krieg« (vierteljährliche Erscheinungsweise).

Die Sezession erscheint und wird in 3500 Probeexemplaren an mögliche Abonnenten verschickt. Die hochformatige, in der Breite beschnittene Zeitschrift ist graphisch auffällig, inhaltlich nicht tages-, sondern metapolitisch angelegt und gewinnt bis zur 2. Ausgabe über 800 Abonnenten. Sezession erscheint im Wechsel als themengebundenes und freies Heft. Sie gilt auch als Nachfolgeorgan des kurz vor seinem Ende stehenden Criticón. Der ehemalige Criticón-Herausgeber Caspar von Schrenck-Notzing schreibt in einer Rezension: »Die selbstgestellte Aufgabe der Sezession läßt sich auch als Entpudelung des Kerns definieren« – womit er wohl meinte, daß man die klare Sprache dem Intellektualisieren vorziehe.

Juli

Studie 5: Die »Neue Rechte«. Sinn und Grenze eines Begriffs.

Der Begriff »Neue Rechte« ist weder exakt definiert, noch überholt, sondern wie jeder politische Begriff eine polemische Waffe, die sich beliebig mit Bedeutungen aufladen läßt. Die Studie dient der Klärung und liegt mittlerweile in erweiterter Auflage vor.

September

4. Sommerakademie: Rechts. Martin Hoschützky: »Populismus – eine postmoderne Rechte?«, Dr. Till Kinzel: »Der Reaktionär – Nicolás Gómez Dávila«, Götz Kubitschek: »Die Anatomie der ›Neuen Rechten‹«, Dr. Stefan Scheil: »Der europäische Faschismus«, Dr. Eberhard Straub: »Der Liberale – Alexis de Tocqueville«, Dr. Karlheinz Weißmann: »Die Deutsche Bewegung«.

Die Sommerakademie zum Thema »Rechts«, diese »Bauchnabelbetrachtung«, wie wir sagten, wurde von über 60 Teilnehmern besucht und ist mit der Akademie zum Thema »1945« die bisher bestbesuchte geblieben.

(Notiz Kubitschek)

November

6. Berliner Kolleg: Geschichtspolitik. Dr. Karlheinz Weißmann: »Phasen der Geschichtspolitik«, Hans-Joachim von Leesen: »Geschichtspolitische Debatten um das ›Zentrum gegen Vertreibungen‹«, Dr. Stefan Scheil: »Die Geschichtspolitik des Reemtsma-Instituts«.

2004

Januar

Studie 6: Erosion der Mitte. Die Verflechtung von demokratischer und radikaler Linker im »Kampf gegen Rechts« am Beispiel der Amadeu Antonio-Stiftung.

Februar

4. Winterakademie: Links. Dr. Peter Boßdorf: »Von links nach rechts – Robert Michels«, Stefan Dornuf: »Die Linke und der Marxismus – Versuch einer Unterscheidung«, Tom Drescher: »Antifaschismus«, Dr. Lorenz Jäger: »Theodor W. Adorno«, Prof. Dr. Konrad Löw: »Der Marxismus«, Dr. Karlheinz Weißmann: »Das linke Prinzip«, Michael Wiesberg: »Die Geburt des Kommunismus aus dem Geist der Globalisierung«.

Mai

7. Berliner Kolleg: Meinungsfreiheit und Tabu. Brigadegeneral Reinhard Günzel: »Das Ethos des Offiziers«, Prof. Dr. Bernd Rabehl: »Repressive Toleranz«, Dr. Karlheinz Weißmann: »Das Tabu als Machtfrage«.

Im November 2003 wurde der CDU-Bundestagsabgeordnete Martin Hohmann aufgrund einer Rede zum Nationalfeiertag nachträglich denunziert. Die Medienhetze endete erst, als die CDU ihn aus der Fraktion ausschloß. Im Kielwasser Hohmanns wurde General Reinhard Günzel suspendiert – er hatte einen freundlichen Brief an Hohmann verfaßt.

Das Berliner Kolleg mit Reinhard Günzel und Martin Hohmann wird von 640 Teilnehmern besucht, der Raum ist für 350 Hörer ausgelegt. Die Dynamik, die sich um den »Fall Hohmann« herum bildet, verpufft jedoch, weil Hohmann auf ein Einlenken seiner Partei hofft.

September

5. Sommerakademie: Identität. Tom Drescher: »Konstruierte Identität«, Dag Krienen: »Konzepte nationaler Identität«, Götz Kubitschek: »Dichtung und Identität«, Prof. Dr. Harald Seubert: »Verortung«, Prof. Dr. Galin Tihanov: »Deutsche Identität und deutscher Vorbehalt«, Dr. Karlheinz Weißmann: »Vorzeit und Identität«.

Oktober

Studie 7: Kritik als Ideologie. Die »Kritische Diskursanalyse« des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung (DISS).

Dezember

8. Berliner Kolleg: Sicherheitspolitik. Prof. Dr. Martin van Creveld: »Über die Terrorismusbekämpfung«, Brigadegeneral Reinhard Günzel: »Ernstfall und Ausflucht. Die März-Unruhen im Kosovo«, Karl Feldmeyer: »Bundeswehr und neue Bedrohungslagen« (nicht gehalten).

Das Berliner Kolleg zum Thema Sicherheitspolitik wurde von einem Einsatzzug der Polizei abgesichert, schließlich war ja mit van Creveld ein israelischer Referent mit an Bord, und da wollte man wohl nichts anbrennen lassen. Dennoch kam es zu einem Eklat, freilich zu einem, den die Polizei nicht hätte verhindern können: Karl Feldmeyer nämlich war über den Vortrag von van Creveld so außer sich, daß er zu Beginn der Diskussion das Rednerpult stürmen wollte, um seinem Unmut Luft zu machen. Ich sah nur aus den Augenwinkeln einen Mann auf mich zuschießen und wehrte ihn mit dem Arm ab, weil ich mit ungebetenen Koreferenten schon mehr als schlechte Erfahrungen gemacht hatte und jede Beschimpfung unterbinden wollte. Zu spät erkannte ich Karl Feldmeyer: Er fuhr im Zorn ab, und wiederum war es Karlheinz Weißmann, der aus dem Stegreif einen Vortrag über die Frage hielt, welchen Grad der Polemik man in Vorträgen hinzunehmen und was es mit der Gesprächskultur so auf sich habe.

(Notiz Kubitschek)

2005

Februar

5. Winterakademie: 1945. Dag Krienen: »Reparationen«, Dr. Heinz Nawratil: »Zivilbevölkerung und Kriegsende«, Dr. Stefan Scheil: »Der diplomatische Weg zur Kapitulation«, Rolf Schilling: »Reise nach Ostpreußen – Eine Dichterlesung«, Prof. Dr. Günter Scholdt: »Deutschland-Bilder von Schriftstellern zwischen 1938 und 1949«, Prof. Dr. Harald Seubert: »Heideggers Denkbewegung vor dem Hintergrund von Krieg und Niederlage«, Dr. Karlheinz Weißmann: »1945 – Deutungen«.

Eine unserer besten Akademien – überfüllt, hochkonzentrierte Atmosphäre, die der Geist durchwehte, daß kaum anderenorts in Deutschland noch einmal so ernsthaft, voller Trauer und gleichzeitig voller Trotz über die Niederlage von 1945 nachgedacht würde. Das aus der Akademie heraus konzipierte Themenheft der Sezession (Ausgabe 9, April 2005) mußte nachgedruckt werden und ist bis heute das meistverkaufte.

Leider wurde die 1945er-Akademie auch von einem U-Boot aus dem Mitarbeiterumfeld des Magazins Stern besucht. Der junge Mann fiel nicht weiter auf, diskutierte mit, trank abends sein Bier, flachste mit den Objekten seiner Ausspähung – und schrieb dann einen denunziatorischen Bericht, der Wochen später im Stern erschien, das IfS zur »Vorfeldorganisation der NPD« erklärte und doppelt wirkte: Zum einen mußten die drei namentlich genannten Mitglieder eines Ortsverbands der CDU in Berlin die Partei verlassen, zum anderen traten Schüler gegen Karlheinz Weißmann an dessen Gymnasium eine Kampagne los. Weißmann jedoch wurde wiederum von Schülern verteidigt, ein auch für ihn präzedenzloser, sehr befriedigender Vorgang.

Wer glaubt, daß solche Negativ-Werbung wie jene im Stern den Bekanntheitsgrad des IfS auf fruchtbare Weise steigern würde, irrt: Der Schaden der Stigmatisierung ist um ein vielfaches größer.

(Notiz Kubitschek)

Mai

9. Berliner Kolleg: Trauer und Besinnung – Der 8. Mai 1945. Prof. Dr. Ernst Nolte: »Streit und Konsens um den 8. Mai 1945«.

Das IfS beteiligte sich mit dem Projekt »Gegen das Vergessen – Der 8. Mai 1945« an der vergangenheitspolitischen Auseinandersetzung um die Interpretation des 8. Mai 1945. Erstunterzeichner des Aufrufs waren neben Generalmajor Gerd Schultze-Rhonhof und Generalmajor Johann Adolf Graf von Kielmansegg zehn weitere Generäle der Bundeswehr. Im Nachgang zeigte sich, daß die sogenannte Erlebnisgeneration sechzig Jahre nach Kriegsende nicht mehr in der Lage war, den Widerstand gegen eine Umdeutung der Geschichte zu tragen: Daß Deutschland 1945 »befreit« worden sei, darf mittlerweile als verinnerlichte Umerziehungsbotschaft gelten.

Juni/Juli

Die Deutsche Bank kündigt alle Konten, die das Institut, die Sezession, der Verlag Edition Antaios sowie Götz Kubitschek privat führt. Dies geschieht ohne Angabe von Gründen.

Die Kündigungsschreiben kamen aus heiterem Himmel, am selben Tag konnten wir bereits nicht mehr über das Internet unsere Bankgeschäfte tätigen. Listen über Daueraufträge und andere Informationen wurden uns auch auf Anfrage nicht mehr zur Verfügung gestellt. Der Geldautomat behielt die Geldkarte ein. Versuche, bei der Volks- und Raiff­eisenbank Konten zu eröffnen scheiterten: Mit der Übertragung der Kontenguthaben schickte die Deutsche Bank einen Hinweis auf die Gründe der Kündigung – die Volks- und Raiffeisenbank trat daraufhin sofort von den Verträgen zurück.

Später erhielt ich von einem Bekannten einen Hinweis: Er hatte einen hochrangigen Mitarbeiter der Deutschen Bank über die Vorgänge befragt und erfahren, daß intern der Vermerk »ADL« hinter die Kündigungen notiert war. Dieses Kürzel stünde für »Anti Defamation League«, eine in Washington ansässige Organisation amerikanischer Juden, die dem Antisemitismus entgegenträte, wo immer möglich.

(Notiz Kubitschek)

September

6. Sommerakademie: Religion. Siegfried Gerlich: »Wagners Kunst-Religion«, Dr. Till Kinzel: »Politische Theologie«, Dr. Winfried Knörzer: »Sakralität bei Mircea Eliade«, Dr. Erik Lehnert: »Der Glaube der Philosophie«, Pfarrer Alois Oblinger: »Zur Lage des Christentums«, Dr. Karlheinz Weißmann: »Vom Nutzen der Religion«.

Die erste Akademie, die in Schnellroda stattfand. Seither ist es bei diesem Tagungsort geblieben, der einige unschätzbare Vorteile bietet: Er kann nicht gekündigt werden, findet in zur Konzentration geeigneter Abgeschiedenheit statt und ist dennoch gut erreichbar. Der einzige Nachteil: Mehr als 50 Teilnehmer faßt das Rittergut nicht.

November

Studie 8: Politik ohne Überzeugung. Merkels Union, Studie 9: »Das hier ist Krieg!« Die Rassenunruhen in Frankreich und die Zukunft der multikulturellen Gesellschaft.

 

Dezember

10. Berliner Kolleg: Die Staatskrise. Dr. Karlheinz Weißmann: »Krise als Chance«, Prof. Dr. Herwig Birg: »Konfliktpotential Demographie«, Prof. Dr. Jost Bauch: »Was bringt die Verhältnisse zum Tanzen?«

Über 350 Teilnehmer hören unter anderem den sehr lebendigen Vortrag von Herwig Birg, der auch an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrigläßt. In der Diskussion spricht Birg noch einmal verdeutlichend vom drohenden Volkstod der Deutschen und nennt die Arbeit des IfS wichtig und beeindruckend. Irgendwann in den Wochen nach dem Kolleg muß Birg jedoch einen Anruf erhalten haben: Er distanziert sich vom IfS und behauptet, im Vorfeld nicht über die Ausrichtung des Instituts informiert worden zu sein. Dies trifft aber nicht zu.

2006

Februar

6. Winterakademie: Multikulturalismus. Dr. Karlheinz Weißmann: »Biblische Lektionen«, Daniel Schikora: »Nationalstaat, Multikulturalismus und islamischer Integrismus«, Prof. Dr. Josef Schmid: »Bevölkerungsstruktur und demographische Dynamik in Deutschland heute«, Michael Paulwitz: »Intellektuelle Risikobereitschaft – Multikulturalismusdebatten in Deutschland«, Arne Schemmerling: »Ghetto und gated community – Stadtplanung in der multikulturellen Gesellschaft«.

März

Stand auf der Leipziger Buchmesse

Spät entschlossen, aber das war zum Vorteil für die Plazierung: Weil wir in eine Lücke rutschen konnten, hatten wir einen kleinen, aber sehr gut ausgerichteten Stand am Eingang einer der Messehallen. In den Folgejahren wurde die Plazierung nach und nach schlechter, Protest bei der Messeleitung blieb fruchtlos, und nach der Abschiebung in eine kaum frequentierte Sackgasse (2009) haben wir 2010 auf einen Stand verzichtet.

(Notiz Kubitschek)

Mai

11. Berliner Kolleg: Das neue Mittelalter. Prof. Dr. Eberhard Hamer: »Ist der Crash noch abwendbar? – Thesen zur globalen Wirtschaft«, Prof. Dr. Paul Gottfried: »Vom Recht, Täter zu sein – Argumente gegen die Politik der Schuld«, Prof. Dr. Hans-Hermann Hoppe: »Kraft durch Freiheit – Ein Plädoyer für befreite Zonen«.

Wieder eines dieser Kollegs, das wir wenige Tage vor Durchführung verlegen mußten: Die Antifa sowie Parteifunktionäre der Grünen und der Linken hatten beim Hausherrn angerufen und mit Absage eigener Veranstaltungen gedroht sowie eine Demonstration angekündigt. Wir wichen in den letzten äußeren Winkel Ostberlins aus und verloren dadurch mindestens ein Viertel der Teilnehmer: Man ist vom Zentrum Berlins aus doch noch einmal über eine Stunde unterwegs, vor allem ältere Teilnehmer scheuten diesen Weg.

(Notiz Kubitschek)

September

7. Sommerakademie: Jugend. Martin Lichtmesz: »Hans Blüher«, Prof. Dr. Hans-Peter Hasenfratz: »Schwertleite und Jugendweihe«, Dr. Karlheinz Weißmann: »Ikonen der Jugendbewegung«, Dr. André Richter: »Krise der Erziehung«, Heino Bosselmann: »Politische Erziehung«, Dr. Erik Lehnert: »Jugend in der DDR«.

November

12. Berliner Kolleg: Preußen. Oberst a.D. Klaus Hammel: »Die Katastrophe von 1806 und ihre staatspolitische Bedeutung«, Dr. Karlheinz Weißmann: »Die preußische Dimension«, Ehrhardt Bödecker: »Die Aktualität Preußens«, Götz Kubitschek: »Preußen. Und nun?«

Auch für dieses Kolleg, das dem 200. Jahrestag der preußischen Niederlage von 1806 und der anschließenden Reform des preußischen Staates gewidmet war, blieb die Raumfrage bis zum Schluß ein Problem. Schließlich konnten wir kurzfristig den Senatssaal der Humboldt-Universität bekommen, der sich als idealer Tagungsort erwies. Daß er uns erhalten blieb, kam einem Wunder gleich, hatte aber ganz handfeste Gründe: Die Antifa befand sich an diesem Tag in Halbe, um gegen den dortigen Gedenkmarsch der »Nazis« vorzugehen. Ein zweites Mal hatten wir kein solches »Glück«.

(Notiz Lehnert)

2007

Februar

7. Winterakademie: Christentum. Götz Kubitschek: »curriculum dextrum«, Dr. Erik Lehnert: »Die Kirche als Institution«, Dr. Karlheinz Weißmann: »Das Abendland«, Prof. Dr. Heinz-Josef Fabry: »Das Christentum und der Islam«, Prof. Dr. Karl-Hermann Kandler: »Die Bedeutung der Reformation«, Gesprächsrunde: »Die Zukunft der Evangelischen Kirchen«, Priester Michael Rah: »Die Zukunft der Orthodoxie«, Dr. Karlheinz Weißmann: »Drachentöter – Ein Diavortrag«

Studie 10: Parteigründung von rechts. Sind schlanke Strukturen möglich?

Sezession Nr. 16

Mit der 16. Ausgabe der Sezession wurde von der vierteljährlichen auf eine zweimonatliche Erscheinungsweise umgestellt. Sechsmal Sezession im Jahr bedeutete für die Redaktion mehr Arbeit und für die Leser mehr Lektürestoff. Doch die steigenden Verkaufszahlen bestätigten die Richtigkeit dieses Schritts sofort.

13. Berliner Kolleg: Bestandsaufnahme – Wo stehen und was wollen wir? Dr. Karlheinz Weißmann: »Bewegung im Überbau oder Die Verschiebung des politischen Denkens nach rechts«, Götz Kubitschek im Gespräch mit Dieter Stein, Dr. Karlheinz Weißmann im Gespräch mit General Gerd Schultze-Rhonhof, Götz Kubitschek: »curriculum dextrum oder Konservativismus für Anfänger«.

März

Stand auf der Leipziger Buchmesse

Mai

Was der Verfassungsschutz verschweigt. Bausteine für einen Alternativen Verfassungsschutz-Bericht, hrsg. von Josef Schüßlburner und Hans-Helmuth Knütter

Dieses 580 Seiten umfassende Werk erregte bereits vor dem Erscheinen einiges Aufsehen, als bekannt wurde, daß darin der bekannte Völkerrechtler und ehemalige UN-Mitarbeiter Alfred de Zayas offen über die Anwerbeversuche von Geheimdiensten berichtet. Ziel der Dienste war es, mit de Zayas Hilfe, die deutschen Vertriebenenverbände auszuspähen. Deshalb entschlossen wir uns, den Band in Berlin genau an dem Tag zu präsentieren, an dem der Innenminister den offiziellen Verfassungsschutzbericht vorstellen würde. Alfred de Zayas kam extra aus der Schweiz angereist, von den Herausgebern war Josef Schüßlburner anwesend. Von den etablierten Medien interessierte sich kaum jemand für die Veranstaltung, lediglich Vertreter linker Zeitungen und Zeitschriften wollten sehen, was das IfS über den Verfassungsschutz, mit dem sie ja auch so ihre Probleme haben, zu sagen hat.

(Notiz Lehnert)

Juni

14. Berliner Kolleg: Kein Ort nirgends? Die Konservativen zwischen Zähmung und Aufbruch. Dr. Karlheinz Weißmann zum Thema: »Die Konservativen und die CDU – Sollbruchstellen von der Westbindung bis nach Weikersheim«, Henry Nitzsche (MdB): »Geschichten aus der Mitte – Innenansichten der CDU«, Dr. Udo Ulfkotte: »Vorstoß in die Lücke – ein neues konservatives Programm«.

Vorausgegangen war diesem Kolleg eine inhaltliche Auseinandersetzung in zweierlei Richtungen: Zum einen hatte das CDU-nahe und vom Land Baden-Württemberg gestützte »Studienzentrum Weikersheim« Druck auf seine Jugendorganisation ausgeübt, die daraufhin den Referenten Karlheinz Weißmann wieder auslud. Als Erklärung dienten Vorwürfe der Art, das IfS sei nicht eindeutig christlich positioniert und folge überhaupt dem »kalten Weg« des Vordenkers Armin Mohler – den man selber ablehne.

Die zweite Richtungsdebatte war während und nach dem letzten Kolleg erneut aufgebrochen: Welchen Binnenpluralismus sollte sich eine »Neue Rechte« leisten – so es sie überhaupt gab. Der Streit um den Sinn von rechtsintellektuell-experimentellen Ansätzen sowie das Aufkommen neuer Partei- und Positionierungskonzepte veranlaßte das IfS zu einem Kolleg über »Die Konservativen zwischen Zähmung und Aufbruch«.

September

8. Sommerakademie: Dritte Wege. Reinhard Falter: »Alternative Netzwerke«, Felix Menzel: »Web 2.0«, Dr. Erik Lehnert: »Rudolf Bahro und das LebensGut Pommritz«, Florian Wolfrum: »Das Grundgehalt«, Dr. Karlheinz Weißmann: »Dritte Wege«, Götz Kubitschek: »Leere Räume«

Oktober

Studie 11: »Meine Ehre heißt Reue«. Der Schuldstolz der Deutschen.

Diese Studie beschreibt die psychische Verfaßtheit der Deutschen angesichts der sich ständig radikalisierenden Vergangenheitsbewältigung. Die anhaltend große Nachfrage, mittlerweile liegt der zweite Nachdruck der zweiten Auflage vor, bestätigt die Schlüssigkeit der Argumentation und die Virulenz des Themas.

November

15. Berliner Kolleg: Bildung – Zustand und Zukunft eines deutschen Ideals. Dr. Karlheinz Weißmann: »Bildung! Was war das und was ist das heute?«, Ellen Kositza: »Im Bildungsdschungel«, Prof. Dr. Kurt Reinschke: »Bologna-Prozeß und Bachelorisierung der deutschen Hochschulen«, Gabriele Kuby: »Die Sexualisierung der Jugend durch den Staat – Die Inkarnation der Gender-Ideologie«.

Mit diesem Kolleg glaubten wir den idealen Ort für die Zukunft gefunden zu haben: die Urania, zentral gelegen, hervorragend ausgestattet, bezahlbar und politisch neutral geführt. Nach der zweiten Veranstaltung war dort Schluß: der Druck auf die Urania kam nicht zuletzt aus den Fraktionen im Berliner Abgeordnetenhaus und führte zum Ende der Zusammenarbeit.

(Notiz Lehnert)

2008

Februar

8. Winterakademie: Masse. Dr. Michael Böhm: »Was ist eine Massengesellschaft?«, Frank Lisson: »Theorien zur Masse«, Dr. Erik Lehnert: »Masse und Ökologie«, Dr. Karlheinz Weißmann: »Massenpolitik«, Martin Lichtmesz: »Masseninszenierung«, PD Dr. Till Kinzel: »Abseits der Masse«.

März

Studie 12: ’68. Ursachen und Folgen.

Stand auf der Leipziger Buchmesse

Mai

Studie 13: Extremismus als Mode. Der Fall »Sascha Jung« und die Bekämpfung der Münchner Burschenschaft Danubia im Freistaat Bayern.

Juni

1. Station der Kollegreihe Widerstand. Lage – Ziel – Tat in Frankfurt am Main. Frank Lisson: »Lage – Zur Legitimität des Widerstands«, Dr. Karlheinz Weißmann: »Ziel I – Unsere Politik«, Felix Menzel: »Ziel II – Ikonen schaffen«, Götz Kubitschek: »Tat – Konservative Aktion«.

Die »Regionalisierung« der Institutsarbeit war und ist ein Thema: Kann und sollte das IfS in ausgewählten Städten mit zuverlässigen Leuten zusammenarbeiten und regionale Ableger bilden – weniger inhaltlich selbständig, sondern vor allem organisatorische Pfeiler mit eigenem Veranstaltungsprogramm und mit Räumlichkeiten und einem Hörerkreis, den man in Vortragszyklen einbinden könnte?

Die Kollegreihe »Widerstand. Lage – Ziel – Tat« war ein Versuch an vier Standorten, die Teilnehmerzahl lag stets bei über 100, in Berlin beim Dreifachen. Die zeitliche Belastung für die Kerngruppe des Instituts war jedoch immens, und so blieb es bisher bei diesem einmaligen Versuch.

Juli

16. Berliner Kolleg: Widerstand. Lage – Ziel – Tat (2. Station der Kollegreihe). Frank Lisson: »Lage – Zur Legitimität des Widerstands«, Dr. Karlheinz Weißmann: »Ziel I – Unsere Politik«, Alain des Benoist: »Ziel II – Identität«, Götz Kubitschek: »Tat – Konservative Aktion«.

September

9. Sommerakademie: Strategien. Dr. Erik Lehnert: »Wozu politisch handeln?«, Andreas Vonderach: »Strategien der Gene. Modelle der Soziobiologie vom menschlichen Verhalten«, Dieter Stein: »Die Strategie der JF«, Thorsten Uhrhammer: »Politische PR«, Clemens Berndt: »Was ist Strategie?«, Dr. Karlheinz Weißmann: »Netzwerke – Runde Tische«, Götz Kubitschek: »Strategien einer Neuen Rechten«.

Nach acht Jahren zieht sich Götz Kubitschek aus der Leitung des IfS zurück. An seine Stelle tritt Dr. Erik Lehnert, der das IfS seitdem gemeinsam mit Dr. Karlheinz Weißmann führt.

Oktober

Studie 14: Die Bueb-Debatte. Ein Beitrag zur aktuellen Auseinandersetzung um Disziplin, Führung und Bildungskatastrophe.

Dezember

3. und 4. Station der Kollegreihe Widerstand. Lage – Ziel – Tat in München und Wuppertal. Frank Lisson: »Lage – Zur Legitimität des Widerstands«, Dr. Karlheinz Weißmann: »Ziel I – Unsere Politik«, Felix Menzel: »Ziel II – Ikonen schaffen«, Götz Kubitschek: »Tat – Konservative Aktion«.

2009

Februar

9. Winterakademie: Elite. Dr. Erik Lehnert: »Der Philosophenstaat«, Prof. Dr. Thomas Bargatzky: »Soziale Siebung«, Dr. Karlheinz Weißmann: »Die Aktualität der Elitendebatte«, Dr. Stefan Scheil: »Politik als Elitenkampf«, Dr. Günther Deschner: »Heydrich als Typus«, Dr. Baal Müller: »Meister und Kreise«, Götz Kubitschek: »Erziehung für den Ernstfall«.

März

Stand auf der Leipziger Buchmesse

Mai

17. Berlin Kolleg: Deutschland. Prof. Dr. Menno Aden: »Deutscher Patriotismus im heutigen Europa«, Detlef Kühn: »Wer wollte die deutsche Einheit und wer nicht?«, Prof. Dr. Steffen Dietzsch: »Von den Gründen der DDR und ihres Zusammenbruchs«, Dr. Karlheinz Weißmann: »Die deutsche Frage als die Frage der anderen«.

Das 17. Berliner Kolleg ist bislang das letzte geblieben, weil sich die Raumfrage bei diesem Kolleg noch einmal zugespitzt hat. Mehrfache Raumkündigungen, die letzte am Abend vor der Veranstaltung, zwangen uns zum Ausweichen in eine stillgelegte Fabriketage, was mit kaum zumutbaren Anreisewegen verbunden war. Das Berliner Kolleg wird es aber weiterhin geben.

(Notiz Lehnert)

September

10. Sommerakademie: Deutschland. Andreas Vonderach: »Die Deutschen als Volk«, Dr. Erik Lehnert: »Die deutsche Lage«, Dr. Karlheinz Weißmann: »Die deutsche Frage«, Wolfgang Dvorak-Stocker: »Blick auf Deutschland«, Dr. Wolf Kalz: »Mit der Legende vom deutschen Sonderweg zum finis germaniae«, Dr. Ulrich March: »Schlüsselereignisse der deutschen Geschichte«.

Oktober

1. Collegium Dextrum: 1. Kurs: Weltanschauung (bei Berlin).

Mit dem Collegium Dextrum (CD) beschreitet das IfS neue Wege in der Bildungsarbeit. Das CD wendet sich an eine kleine Auswahl der Akademieteilnehmer, die von uns in vier Kursen geschult werden. Die Teilnahme ist für die Ausgewählten kostenlos.

November

1. Collegium Dextrum: 2. Kurs: Realien (in Bad Pyrmont).

Studie 15: Der Fall Sarrazin. Verlauf einer gescheiterten Tabuisierung.

Dezember

Staatspolitisches Handbuch, Band 1: Leitbegriffe, verfaßt von Karlheinz Weißmann.

Manche Projekte muß man nicht erfinden, sondern nur finden: Sie liegen in der Luft. So ist es mit dem Staatspolitischen Handbuch, das auf drei Bände angelegt ist und Grundwissen an geborene, gelernte und lernende Konservative vermittelt: Leitbegriffe, Schlüsselwerke, Vordenker – also: Definition der politischen Grundbegriffe, Zusammenstellung einer Handbibliothek, Vorbeimarsch einer konservativen Armee des Geistes.

(Notiz Kubitschek)

2010

Januar

10. Winterakademie: Faschismus. Dr. Karlheinz Weißmann: »Faschismus. Eine Klarstellung«, Siegfried Gerlich: »›Epoche des Faschismus‹ – Noltes Konzept«, Josef Schüßlburner: »Faschismus als außereuropäisches Phänomen«, Martin Lichtmesz: »Das Projekt Casa Pound«, Götz Kubitschek: »Faschismus und Avantgarde«, Manuel Ochsenreiter: »Der Antifaschismus«, Dr. Erik Lehnert: »Gibt es eine faschistische Philosophie?«

Mai

Studie 16: Südafrika.

1. Collegium Dextrum: 3. Kurs: Leben des Geistes I (in Worms).

August

Beflügelt durch Thilo Sarrazins Buch Deutschland schafft sich ab gelingt der IfS-Studie Der Fall Sarrazin der Sprung in die Bestseller-Listen. Eine 3., erweiterte und aktualisierte Auflage geht mit 5000 Exemplaren in den Druck und ist bereits vor der Auslieferung abverkauft. Es folgt eine 4. Auflage in gleicher Höhe.

September

1. Collegium Dextrum: 4. Kurs: Leben des Geistes II (in Berlin).

Oktober

11. Sommerakademie und 1. Staatspolitischer Kongreß: Alternativen nach 1945. Prof. Dr. Frank-Lothar Kroll: »Konservativismus in Deutschland nach 1945«, Dr. Karlheinz Weißmann: »Gab es Alternativen?«, Prof. Dr. Harald Seubert: »Die christlichen Konservativen«, Dr. Rainer Waßner: »Die sanften Technokraten«, Michael Wiesberg: »Die idealistischen Nationalisten«, Dr. Erik Lehnert: »Die preußischen Traditionalisten«, Dr. Karlheinz Weißmann: »Die deutschen Gaullisten«.

Anläßlich des zehnjährigen Bestehens bietet das IfS erst- und einmalig die Möglichkeit an, daß auch über 35jährige eine der ausschließlich der Jugend vorbehaltenen Akademien besuchen. Dazu wird der Rahmen der Akademie zu einem Kongreß erweitert, der in Querfurt und Schnellroda stattfindet.





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